Beginn des Darstellungsformulares
Darstellungsformular überspringen
Ende des Darstellungsformulares
Beginn der Navigation
Navigation überspringen
Ende der Navigation
Beginn des Hauptinhaltes
Hauptinhalt überspringen

Aktuelles


Dr. jur. Otto Schimmel – eine Würdigung zum 130. Geburtstag

Am 14. August jährt sich zum 130. Mal der Geburtstag des verdienstvollen Bürgermeisters und ersten Oberbürgermeisters der Stadt Glauchau – Otto Schimmel.
Am 14. August 1889 als Sohn eines Lehrers in Zwickau geboren, studierte Ernst Otto Schimmel 1909 an der Universität Greifswald und von 1909 bis 1912 an der Leipziger Alma mater und wurde schließlich in Rechtswissenschaften promoviert.

1917 erhielt er als Verwaltungsjurist und Stadtrat eine Anstellung bei der Stadt Glauchau und leitete ab dem 5. Dezember 1921 als 1. Bürgermeister, ab 1923 als Bürgermeister auf Lebenszeit und ab 1928 als deren erster Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt an der Mulde. Am 8. Februar 1917 heiratete Otto Schimmel in Zwickau die Arzttochter Lina Luise Geipel (1892-1963). Der Ehe entstammte ein Sohn, Otto Ernst Leander Schimmel (1918-1940), der im Zweiten Weltkrieg als junger Offiziersanwärter eines Schützenregiments in Frankreich den Tod fand.

Schimmels Amtszeit fiel in einen wirtschaftlich, politisch und sozial schwierigen, von Krisen gekennzeichneten Abschnitt der deutschen Geschichte, die sogenannte Weimarer Republik. In den Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkriegs herrschten Hunger, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit. Die folgende Hyperinflation verschärfte diese Probleme, und eine zwischenzeitliche Erholung mündete Ende 1929 in die Weltwirtschaftskrise. Trotz dieser komplizierten Rahmenbedingungen ist es Otto Schimmel gelungen, nachhaltig auf lokaler Ebene zu wirken.

So konnte von 1922 bis 1926 die Erschließung des Scherbergs, d. h. die Errichtung eines Wohngebiets auf dem Scherberg, erfolgen. 1923 wurde die Scherbergbrücke als verkehrstechnische Verbindung zwischen neuem Bahnhof, dessen Empfangsgebäude 1926 seinen Betrieb aufnahm, und der Innenstadt fertiggestellt. Im gleichen Zeitraum, 1922, ist das Stadttheater komplett umgebaut worden und erhielt im Wesentlichen sein heutiges Gesicht. 1922/1923 ließ Schimmel erweiternde Umbaumaßnahmen im Glauchauer Rathaus vornehmen. 1925 folgte das Sommerbad, und 1926 wurde das Hotel „Glauchauer Hof“ als ein markantes Gebäude des gesellschaftlichen Lebens der Stadt vis à vis des Bahnhofsvorplatzes der Öffentlichkeit übergeben. Südlich der Scherbergbrücke entstand ein modernes Kino. Die Veränderung des Stadtbildes während Schimmels Ägide ist äußerst prägnant und noch heute nachvollziehbar. Zu den großen gesellschaftlichen Ereignissen dieser Jahre zählt die mit zahlreichen Veranstaltungen begangene 400-Jahrfeier der Weberinnung zu Glauchau im Juni 1928.
Bei der wohl herausragenden Lebensleistung des ersten Glauchauer Oberbürgermeisters handelt es sich jedoch um den Bau der letztlich 3040 Meter langen Muldenflutrinne, die Glauchau von den immer wiederkehrenden Überschwemmungen nach Starkregen oder zur Schneeschmelze bewahren sollte. Deren Fertigstellung 1932 sollte Otto Schimmel nicht mehr erleben; er starb plötzlich und unerwartet am 26. April 1930 infolge eines Schlaganfalls.
Die postumen Ehrungen sind vielfältig: So erhielt Schimmel ein städtisches Ehrenbegräbnis, verbunden mit der Verpflichtung der jährlichen Schmückung der Grabstelle. Am 27. März 1931 erfolgte ein Ratsbeschluss zur Umbenennung des Scherbergplatzes in „Otto-Schimmel-Platz“. Da dieser Platz am 4. April 1946 in „Platz der Roten Armee“ umbenannt wurde, erfolgte die Umbenennung der „Scherbergstraße“ in „Otto-Schimmel-Straße“. Auch die großzügigen Schenkungen des Dresdner Pathologen und Kunstsammlers Paul Geipel (1869-1956) – mehrere tausend Exponate – resultierten ausdrücklich auch aus dem Gedenken an seinen früh verstorbenen Schwager, der sich bereits in den ersten Jahren seiner Amtsführung um Etablierung eines städtischen Kunstmuseums bemüht hatte.
Otto Schimmel darf aus heutiger Sicht als eine positiv wirkende Persönlichkeit der Glauchauer Geschichte gelten.

Dipl.-Museologe Robby Joachim Götze


Alle Einträge der Kategorie(n):
Suche
 
 Stichwort :
  Verknüpfung: und oder    (Worte mit Komma trennen)
    Inhalt der Dokumente durchsuchen

 Datum : Kalender zur Auswahl des Datums öffnen  Datum nicht berücksichtigen
  Zeitspanne: 0 Tage 30 Tage 60 Tage 90 Tage

 Sortierung :