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Mitmachaktion "Blühene Wiesen"

 

Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge -
Praktische Umweltbildungsaktionen in Kita, Grund- und Oberschule


Im Rahmen der Umsetzung des Stadtratsbeschlusses zum Anlegen von Blühwiesen/-streifen sowie der Teilnahme der Stadt Glauchau am Labeling-Verfahren StadtGrün naturnah wurden Aktionen mit Bildungseinrichtungen in der Stadt Glauchau durchgeführt. Unter Anleitung des Landschaftspflegeverbandes „Westsachsen“ e.V. (LPV) sollen aus monotonen Rasenflächen Blühstreifen bzw. -flächen als Schmetterlingswiese entstehen. Die praktische Umsetzung erfolgte gemeinsam mit den Schülern/Innen.
„In Gärten, auf Freiflächen, Schulen, Kindergärten oder anderen gewerblich, öffentlich oder privat genutzten Grundstücken sollen wieder Schmetterlinge fliegen. Mit ihnen werden auch andere Insekten zurückkommen“, heißt es in der Broschüre „Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“, die von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt herausgegeben wurde. Warum und wie dies funktioniert, erklärte Dennis Klein, der Koordinator der Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle, die sich in Trägerschaft des LPV befindet. Er und René Albani, Geschäftsführer des LPV, besuchten in den vergangenen Tagen eine Kindertagesstätte und zwei Schulen in der Stadt.

Wie können Flächen so aufgewertet und gemäht werden, dass sie Lebensräume für Insekten werden? Welche Pflanzen dienen Schmetterlingen als Nahrungsquelle oder Fortpflanzungshabitat? Welche anderen Arten der Wiese profitieren davon ebenfalls? Das und mehr erfuhren 17 Jungen und Mädchen der Vorschulgruppe des DRK Kindergartens „Johannisstraße“. Unter fachlicher Anleitung schufen sie am 30. Oktober auf der städtischen Wiesenfläche Chemnitzer Straße/Johannisstraße die Voraussetzung und bereiteten die Ansaat einer ca. 450 m2 großen Blühwiese. In Hufeisenform entlang der Grundstücksgrenze gingen die 5- und 6-Jährigen mit Eifer daran, die Grasnarbe abzutragen, den Boden aufzulockern und so für das Einbringen der Samen aufzubereiten. Das angefallene Grüngut wurde durch den Baubetriebshof der Stadt abgefahren und entsorgt.
„In den Boden kommt nur regionales Saatgut von Wildpflanzen“, so Dennis Klein. „Dabei handelt es sich um ca. 50 verschiedene einheimische Wildblumensamen. Allerdings braucht es Geduld, denn bis aus der Fläche eine bunte, blühende Wiese wird, können zwei bis drei Jahre vergehen. Ein erster Erfolg sollte sich dennoch bereits im Frühjahr einstellen.“ Es sei auch durchaus gewollt, dass im Inneren der Fläche ein ovales Stück unbearbeitet verbleibt. So lässt sich der Zustand vor der Einsaat erkennen und Interessierte können sich so ins Zentrum der Wiese begeben.
Der Landschaftspflegeverband wird in den kommenden drei Jahren die Pflege und Betreuung übernehmen, beispielsweise die extensive Mahd, und auch noch weitere Vorhaben mit der Kindereinrichtung durchführen. Das freut Leiterin Katja Wienhold. „Wir setzen das gerne fort und sind auf jeden Fall mit dabei“.

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Nicht minder engagiert zeigten sich in Fortsetzung der Aktion die 20 Kinder der Klasse 3 der Grundschule Niederlungwitz, die am 02. November als Projekt des Schulunterrichts auf der Rasenfläche am Parkplatz der Grundschule „ihre“ ca. 200 m2 Fläche umgestalteten. Auch hier gaben Dennis Klein und René Albani die fachliche Unterstützung. In zwei Gruppen durchliefen die Grundschüler einen anfänglichen Theorie- und anschließenden Praxisblock.

Während die Gruppe im Praxisteil zunächst das Laub entfernte, arbeitete René Albani sich mit der Bodenfräse 20 cm tief in die Erde, um diese aufzubrechen und die Grasnarbe danach abtragen zu können. „Das ganze Prozedere an Vorbereitungszeit, bis die Samen auf die Erde können, umfasst etwa zwei Stunden“, informierte er dazu. Bei Dennis Klein durchlief die zweite Gruppe derweil im theoretischen Teil Fragen zur Bedeutung von Pflanzen und Insekten. Ein zusätzlich vorbereitetes Spiel zum Thema Biotopverbund und Nahrungsnetz bereitete großen Spaß.
Die Stadt Glauchau sorgte dafür, dass der erforderliche Sand geliefert und das Grüngut abgefahren wurde.


Die dritte Fläche wurde in Form von zwei wegbegleitenden, etwa 2,5 m breiten und 70 bzw. 40 m langen Blühstreifen auf der Wiese am Karlsweg nahe dem Spielplatz „GartenEden“ gestaltet. Hierfür hatte der Baubetriebshof der Stadt die entsprechenden Gerätschaften zur Verfügung gestellt und auch die Grasnarbe abgefahren.
Schüler der Klasse 7b der Wehrdigt-Oberschule machten sich am 05. November daran, eine Schmetterlingswiese anzulegen. Wieder war Koordinator Dennis Klein von der Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle mit dabei. Dieser hatte den Entomologen Wolfgang Wagner mitgebracht. Der Insektenkundler und „Schmetterlingsexperte“ wusste viel Wissenswertes zu berichten und hatte zahlreiches Anschauungsmaterial dabei. Unter anderem gab es die Raupe eines Brombeerspinners im Endstadium der Entwicklung zu sehen, die durch ihr langes Haarkleid auffiel. „Viele Tag- und Nachtfalter sind bei uns leider schon ausgestorben“, machte Wolfgang Wagner auf das Problem aufmerksam. „Da, wo keine Vielfalt an Futterpflanzen und eingeschränkter Lebensraum herrschen, wird es für einige Arten zudem immer schwieriger. Zum großen Teil ist das der intensiven Landwirtschaft geschuldet.“

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