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Stadt verzichtet auf Pflanzenschutzmittel

 

Im Rahmen des Labelingverfahrens „StadtGrün naturnah“ (ein Projekt u. a. von der Deutschen Umwelthilfe; es wird im Rahmen des Bundesprogrammes Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert), an dem die Stadt Glauchau beteiligt ist (sie ist unter 51 Bewerbern als eine von 15 Kommunen ausgewählt worden), hat sie Prozesse und Projekte angeschoben, die zu attraktiven Grünflächen für Mensch und Natur führen sollen, wie zum Beispiel das Anlegen von Blühwiesen in Parkanlagen, beim Straßenbegleitgrün, an Bachläufen etc. sowie den Verzicht auf Glyphosat.

Glyphosat ist ein Breitband- und Totalherbizid und wird weltweit am häufigsten eingesetzt. Um dieses Unkrautvernichtungsmittel rankte sich eine heftige Diskussion, denn ihm wird im Ergebnis verschiedener Studien, u. a. 2015 durch die WHO, nachgesagt, „wahrscheinlich krebserregend“ zu sein. Die EU hat Ende 2017 die Zulassung des Pestizids innerhalb der Union bis 2022 weiter verlängert.

In der Stadt Glauchau wurden 2017 ca. 1.000 Liter des verarbeitungsfertigen Mittels angewandt - dies nur auf genehmigten, unbefestigten Flächen und durch ausgebildete Mitarbeiter; 2018 bis Monat Mai waren es ca. 140 Liter. Seit dem 15. Mai 2018 aber wird durch den Baubetriebshof kein Pflanzenschutzmittel mehr ausgebracht.

Im Vorfeld zu diesem Schritt suchte die Verwaltung nach geeigneten Alternativen und testete verschiedene Technologien und Geräte, wie beispielsweise das Abbrennen mit Gas, Wildkrautbürsten, Heißwassergerät oder den Einsatz von Pelargonsäure. Unter den erprobten Geräten stellte sich heraus, dass die Heißwassertechnologie in Verbindung mit Anbauwildkrautbürsten für Motorsensen innerhalb der Stadt Glauchau die wirtschaftlichste Alternativvariante zur Chemie bzw. zum Pestizideinsatz ist.
Solche Wildkrautbürsten wurden bereits angeschafft und sind im Einsatz. Das Heißwassergerät - es wurde vom Baubetriebshof in der Saison 2018 getestet - kann nach Auslieferung bis spätestens Ende August erstmals verwendet werden.

Die neuen Verfahren fordern allerdings auch mehr Zeit und binden mehr Personal. Weil dies nicht so einfach von einer Verwaltung zu bewältigen ist, erfordert das vor allem Akzeptanz und Verständnis bei der Bevölkerung, denn nicht immer, sofort und überall können die Mitarbeiter des Baubetriebshofes agieren, die neben dieser Aufgabe viele weitere Tätigkeiten mehr zu erfüllen haben.
„Wir sind aber im Zuge unserer entwickelten Grünflächenstrategie, darunter fällt u. a. die Umstellung der Bewirtschaftung auf Teilmahd und die Anlage von Blühflächen, auf einem sehr guten Weg“, informierte Dezernent Steffen Naumann, der als Fachbereichsleiter auch für die Pflege der Grünflächen zuständig ist.

Davon konnte sich auch die dreiköpfige Jury ein Bild machen, die im Rahmen der Teilnahme der Stadt Glauchau am Wettbewerb "StadtGrün naturnah" am 14. August unsere Stadt besuchte. Sie gehört dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ an, zu dessen Projekt das Labelingverfahren zählt. Das Bündnis aus 128 Mitgliedsgemeinden, -Städten und -Landkreisen stärkt die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen und rückt den Schutz der biologischen Vielfalt in den Kommunen in den Mittelpunkt. Oberbürgermeister Dr. Peter Dresler, Steffen Naumann und Henriette Lindner vom Bereich Grünflächen und Parkanlagen erläuterten den Gästen, wie sich die Stadt nach Beschluss des Stadtrates vom 30.11.2017 Schritt für Schritt dem Thema Anlegen von Blühflächen und -streifen auf kommunalen Flächen und insektenfreundliche Gestaltung von Ausgleichsflächen näherte, welche Vorarbeiten geleistet und Vernetzungen vorgenommen wurden. Gleichzeitig konnten erste Arbeitsergebnisse sowie weitere Ideen, die umgesetzt werden sollen, präsentiert werden. Am Nachmittag wurden der Jury auf einem Rundgang beispielhafte Grünflächen vorgestellt, so u. a. der Schloss- und der Gründelpark.

Im Rahmen der Teilnahme der Stadt Glauchau wird in Zusammenarbeit mit der eigens dafür gebildeten lokalen Arbeitsgruppe gegenwärtig eine Bestandserfassung erarbeitet und es werden Flächen für langfristige naturnahe Bewirtschaftung bestimmt. Der lokalen Arbeitsgruppe gehören Vertreter des Glauchauer Stadtrates, der Unteren Naturschutzbehörde (Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle), des Imkervereins Glauchau und Umgebung e. V., des Regionalverbandes Werdau/Glauchau der Gartenfreunde sowie der Stadtverwaltung Glauchau an. Gemeinsam werden ein Maßnahmeplan und eine Grünflächenstrategie im Sinne eines übergeordneten Leitbildes für die Stadt Glauchau bis zum Frühjahr 2019 erstellt

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