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Museumsgeschichte

 

Die abwechslungsreiche Geschichte des Museums und der Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau reicht bis in das Jahr 1884 zurück.

Das Museum und die Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau gehören zu den ältesten Einrichtungen ihrer Art in Sachsen. Sein Entstehen verdankt das Glauchauer Museum dem 1847 gegründeten örtlichen Gewerbeverein, dessen Mitglieder bereits 1869 aus Anlass der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Alexander von Humboldts Überlegungen zur Einrichtung eines Museums angestellt hatten. Diese ersten Ideen fußten auf dem Gedankengut der deutschen Aufklärung, war doch bekannt, dass schon Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) in der musealen Sammlung keine wahllose Lagerung von Exponaten sah, sondern deren Vervollständigung als ein erkenntnismäßiges Erfordernis betrachtete. Unter dem Engagement des Vereinsvorstehers und Färbereibesitzers Julius Möhler (1844-1894) wurde die im Mai 1884 gemietete erste Etage im Haus Markt 22 zur Heimstatt des Museums.
Es öffnete nach vollendeter Gestaltung am 1. Februar 1885 seine Pforten. Bereits 1887 erfolgte die Umlagerung der Sammlung in das Gewerbehaus am Schloßplatz und 1908 übergab sie der Verein als Schenkung an die Stadt. Mit der anschließenden Überführung in die König-Friedrich-August-Schule begann für die museale Sammlung eine Odyssee.
In den Jahren 1932/33 griff der damalige Oberbürgermeister Dr. Walter Flemming (1890-1947) den Gedanken der Museumsneugründung wieder auf. Joachim Graf von Schönburg-Glauchau (1873-1943) stellte Räume im geschichtsträchtigen Schloss Hinterglauchau zur Verfügung. Flemming förderte mit Engagement und Verstand die Arbeit des Museumsdirektors Alfred Schott (1895-1973). Eine gewisse Kontinuität trat ein und führte schließlich zur Wiedereröffnung am 27. Juni 1940. Nunmehr waren dem Besucher 40 Räume mit insgesamt 1500 Quadratmeter Fläche zugängig. Inhaltlich hatte der sogenannte Weiheraum der vorherrschenden Ideologie Rechnung zu tragen. Man darf aber ausdrücklich betonen, dass der kulturhistorische Aspekt mit den Ausstellungen zur Ur- und Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte sowie zur Malerei, zur Plastik und zum Kunsthandwerk (vor allem Möbel) dominierte.
Im September 1944 mußte das Museum geschlossen werden. Bei der sinnlosen Verteidigung des Schlosses Forderglauchau vor der US-Armee am 14. April 1945 drohte Schloß Hinterglauchau in Brand zu geraten. Bereits am 20. Oktober 1945 zeigte das Museum eine Sonderausstellung mit Werken Glauchauer Künstler. Am 15. Juli 1950 fand die feierliche Wiedereröffnung statt. Zu dem Fundus des Gewerbemuseums und den Ankäufen aus den dreißiger und frühen vierziger Jahren kam die großherzige Schenkung des Dresdner Medizinprofessors und Kunstsammlers Dr. Paul Geipel (1869-1956). Dieser beachtenswerte Teilbestand ist durchaus von nationaler Bedeutung. Dazu gehören Graphik Alter Meister (Aldegrever, Altdorfer, Cranach, Dürer, Rembrandt, v. Leyden u.a.), Malerei (Bantzer, Mühlig, Sterl u.a.) und Plastik (Gaul, Klinger, Kolbe, Rodin u.a.). Weiterhin sind eine umfangreiche Möbel- (u. a. Roentgen) und Kunsthandwerksammlung (z. B. Kändler) zu nennen.
Die Bestände an Historica, Ethnographica (einschließlich Spielzeug) und Militaria spiegeln die Geschichte über die Region hinaus wider. Eine, nach der heute allgemein benutzten kristallchemischen Klassifikation von Strunz aufgebaute Mineraliensammlung mit hohem Schauwert, ebenfalls aus der Sammlung Geipel, vervollständigt das Profil. Die Kollektion wird in diesem Sinne ständig erweitert.
Gleichzeitig nimmt das Museum entsprechend den jeweiligen Höhen und Tiefen der kulturellen Entwicklung die Funktion eines Regionalmuseums wahr. Nach längerer Schließzeit und dringenden, umfangreichen Sanierungsarbeiten öffnete das Museum am 3. Oktober 1991 erneut seine Pforten, Besondere Beachtung gilt aber auch der Bestandsbildung und -bewahrung. In der hauseigenen Restaurierungswerkstatt werden Graphik, archivalisches Schriftgut und Pergament restauriert. Als Ausbildungsmuseum und Institut für regionalgeschichtliche Forschung stellt das Museum gleichzeitig einen Konsultationspunkt für Laienforscher, Ortschronisten, Schüler, Studenten, Fachwissenschaftler, Verlage, Museen und Sammlungen des In- und Auslandes dar.